Misteltherapie: Ergänzende Behandlung in der Onkologie
Die Misteltherapie wird seit über 100 Jahren als komplementäres Verfahren in der Krebsbehandlung eingesetzt. Sie unterstütz das Immunsystem und trägt dazu bei, die Lebensqualität während und nach onkologischen Therapien zu verbessern.
Was Studien und Anwendungserfahrung zeigen
Eine Krebstherapie fordert dem Körper viel ab. Die Misteltherapie setzt genau hier an: Sie unterstützt das Immunsystem und kann helfen, Belastungen der Behandlung besser zu bewältigen. Wie sich das im Einzelnen zeigt, fassen die folgenden Abschnitte zusammen.
Bessere Verträglichkeit der Krebstherapie
Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schmerzen oder Einschlafstörungen können unter einer begleitenden Misteltherapie schwächer ausfallen. Die Wirksamkeit der onkologischen Behandlung wird dadurch nicht beeinträchtigt: Untersuchungen zur Kombination mit Chemotherapie, antihormoneller Therapie und Antikörpertherapien zeigen keine Abschwächung der onkologischen Primärtherapien. Fallen die Nebenwirkungen geringer aus, kann die vorgesehene Dosis zum Beispiel einer Chemotherapie in der Regel besser eingehalten werden.
Weniger Erschöpfung (Fatigue)
Im Verlauf einer Krebserkrankung oder ihrer Behandlung entwickeln viele Betroffene ein Erschöpfungssyndrom, die sogenannte tumorbedingte Fatigue. Sie äußert sich in anhaltender Müdigkeit und Antriebslosigkeit, die auch durch ausreichend Schlaf nicht nachlassen, und zählt zu den belastendsten Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung. Metaanalysen zeigen, dass eine begleitende Misteltherapie die Fatigue Symptome deutlich verringern kann. Die Misteltherapie ist eine gute Ergänzung zu körperlicher Aktivität und kommt als weitere Option in Betracht. Insbesondere dann, wenn die Erschöpfung körperliche Aktivität kaum noch zulässt.

Mehr Lebensqualität
Weniger Erschöpfung und mildere Nebenwirkungen wirken sich unmittelbar darauf aus, wie Betroffene ihren Alltag erleben. Systematische Übersichtsarbeiten zeigen für die Misteltherapie eine bessere Lebensqualität. Etwa bei Vitalität, emotionalem Wohlbefinden und der Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben.
Was ist Misteltherapie?
Die Misteltherapie zählt zu den am häufigsten eingesetzten komplementärmedizinischen Verfahren in der Krebsbehandlung. Verwendet werden Extrakte der weißbeerigen Mistel (Viscum album L.), die das Immunsystem unterstützen und helfen, therapiebedingte Nebenwirkungen, etwa unter Chemotherapie, Strahlentherapie oder modernen Antikörpertherapien, zu lindern.

Für wen ist die Misteltherapie geeignet?
Die Misteltherapie kann Krebspatientinnen und -patienten in nahezu allen Krankheitsphasen unterstützen. Sowohl vor und nach einer Operation als auch begleitend zu Chemo- oder Strahlentherapien.
Nicht angewendet werden darf die Misteltherapie für die Behandlung von Leukämien und Lymphomen sowie für Kinder. In diesen Fällen wird sie nur in besonderen Ausnahmen, im Rahmen eines individuellen Heilversuchs angewendet. Dann liegt eine sogennate Off-Label Anwendung vor, die in ausschließlicher Verantwortung des medizinischen Fachpersonals liegt.
Ob die Mistetherapie im individuellen Fall sinnvoll ist, sollte immer gemeinsam mit dem medizinischen Fachpersonal entschieden werden.
Wie funktioniert die Misteltherapie?
In der Mistel sind verschiedene Wirkstoffe enthalten, vor allem Mistellektine und Viscotoxine. Diese regen das Immunsystem an, indem sie die Aktivität bestimmter Abwehrzellen, wie zum Beispiel der natürlichen Killerzellen unterstützen. Gleichzeitig zeigen sie in in-vitro Studien mit Tumorzellen eine wachstumshemmende Wirkung und können deren natürlichen Zelltod (Apoptose) einleiten.
Darüber hinaus regt die Misteltherapie die Ausschüttung von Endorphinen an. Diese sogenannten „Glückshormone“ können das seelische Wohlbefinden verbessern und dabei helfen, Schmerzen zu lindern.
Was macht abnobaVISCUM besonders?
abnobaVISCUM steht in neun Wirtsbäumen und jeweils acht Wirkstoffstärken zur Verfügung und ermöglicht so eine individuell abgestimmte Therapie. Hergestellt wird nach höchsten pharmazeutischen Standards in Deutschland. Von der Ernte über die Ampullierung bis zur Verpackung alles aus einer Hand am Standort Niefern-Öschelbronn.

Informationen für Patienten und Fachkreise
Wir möchten sowohl Patienten als auch Ärzte und Apotheker umfassend über die Misteltherapie informieren.
Hier finden Sie weiterführende Informationen, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind:
Häufig gestellte Fragen zur Misteltherapie
Eine Verbesserung des Allgemeinbefindens und der Lebensqualität kann sich oft schon nach wenigen Wochen einstellen. Viele Patientinnen und Patienten berichten von gesteigertem Appetit, besserem Schlaf und einer aufgehellten Stimmung. Auch die Verträglichkeit onkologischer Primärtherapien kann sich verbessern.
Die Misteltherapie ist in der Regel gut verträglich. Am häufigsten zeigt sich eine Rötung an der Einstichstelle. Sie ist bis zu einem Durchmesser von fünf Zentimetern unbedenklich, klingt von selbst wieder ab und gilt als erwünschtes Zeichen dafür, dass das Immunsystem reagiert. Sie dient zugleich als Orientierung für die Dosierung.
Fällt die Rötung größer aus und verhärtet sich die Stelle, kann die Dosierung zu hoch gewählt sein. Gleiches gilt bei Fieber über 38 °C, Abgeschlagenheit, Frösteln, Kopfschmerzen oder kurzzeitigem Schwindel am Tag der Injektion. In diesen Fällen sprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach Anpassung der Konzentration klingen die Beschwerden meist rasch ab.
Seit dem 30. Juli 2026 werden Mistelpräparate nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet, auch nicht in der palliativen Therapie. Eine Verordnung auf Privatrezept ist weiterhin möglich, die Kosten sind dann selbst zu tragen. Privatversicherte klären die Erstattung bitte mit ihrer Versicherung.
Nein. Mistelpräparate werden unter die Haut injiziert.
Nein, die Misteltherapie ist eine komplementäre, also ergänzende Behandlung und kein Ersatz für eine konventionelle Krebstherapien wie zum Beispiel die Chemotherapie. Sie kann jedoch die Wirksamkeit der onkologischen Primärtherapien unterstützen und deren Nebenwirkungen lindern.
Die Dauer der Misteltherapie ist individuell und hängt von der Art der Krebserkrankung, dem Krankheitsstadium und dem Ansprechen auf die Therapie ab. Oft wird eine Anwendung über mehrere Jahre empfohlen, auch nach Abschluss der primären Krebsbehandlung, um das Rückfallrisiko zu senken.
Weitere Fragen und Antworten finden Sie auf unserer FAQ-Seite.

